Künstler:innen und Labels haben oft sehr klare Vorstellungen, wenn sie zu uns kommen — und gleichzeitig viele Fragen zum Ablauf. Anders als bei einem Werbefilm gibt es bei Musikvideos selten ein vorgefertigtes Briefing, dafür aber meist ein Release-Datum, das fix steht. Diese Kombination macht den Workflow spannend und gleichzeitig herausfordernd: Du musst kreativ sein und gleichzeitig hart liefern.
Phase 1 — Treatment und Vision
Alles beginnt mit dem Track. Wir hören uns das Stück mehrfach an, lesen die Lyrics, diskutieren mit dem Artist und entwickeln dann ein Treatment — ein Dokument von 5–15 Seiten, das Stimmung, Look, Story-Beats, Locations und Casting beschreibt. Ein gutes Treatment ist nicht nur eine Inspiration-Sammlung; es ist ein verbindliches Konzept, an dem Artist, Label und Produktion gemeinsam entlanglaufen können. Wir setzen auf ehrliche Treatments — keine Mood-Board-Fata-Morgana, die wir am Set nie umsetzen können.
Phase 2 — Pre-Production
Nach dem Greenlight beginnt die heiße Phase: Locations buchen, Casting durchziehen, Equipment listen, Drehplan finalisieren, Kostümbild und Production Design klären. Bei Wiener Musikvideos arbeiten wir oft mit lokalen Locations — Industrie-Hallen in Simmering, Wohnungen in Ottakring, Naturlocations am Stadtrand. Das hält Kosten niedrig und gibt dem Video gleichzeitig ein erkennbares Gesicht. Wer Musikvideos austauschbar findet, hat oft Produktionen gesehen, die in austauschbaren Studio-Settings entstanden sind.
Phase 3 — Dreh
Musikvideos werden meist in einem oder zwei intensiven Drehtagen produziert. Lange Drehtage von 12–14 Stunden sind normal, weil oft viele unterschiedliche Setups in kurzer Zeit abgearbeitet werden müssen. Performance-Aufnahmen, Story-Beats, Detailshots und Cutaways — das alles muss in einem konsistenten Look entstehen. Wir arbeiten dafür mit kompakten Crews aus erfahrenen DOPs, Gaffer und 1st AC, die schon viele Musikvideos hinter sich haben und schnell switchen können.
Ein Musikvideo ist nur so gut wie der schlechteste Cut darin. Deshalb planen wir lieber einen Setup weniger und drehen den verbleibenden mit voller Aufmerksamkeit.
Phase 4 — Post-Production
Hier entscheidet sich, ob das Material aus dem Treatment heraus auch wirklich funktioniert. Edit, VFX, Color-Grading und finales Master-Setup laufen meist parallel zur Promo-Phase des Releases — also unter Zeitdruck. Wir arbeiten in der Regel mit zwei Schnitt-Versionen: einer eher narrativen und einer performance-lastigen. Aus diesen entwickeln wir gemeinsam mit dem Artist den finalen Cut. Color-Grading ist bei Musikvideos überproportional wichtig, weil der visuelle Look oft stärker im Gedächtnis bleibt als einzelne Story-Beats.
Phase 5 — Master und Release
Am Ende braucht der Track Master in mehreren Formaten: ein klassisches 16:9 für YouTube und Vimeo, vertikale Cuts für Reels, Shorts und TikTok, eventuell auch quadratische Versionen für Feed-Posts. Wir liefern diese Cuts in einem Schwung und sorgen dafür, dass die Auflösung, das Codec-Setup und die Loudness-Werte für jede Plattform stimmen. Ein Release ist heute kein einzelnes Video mehr, sondern ein Asset-Paket — und genau so produzieren wir.
Themen
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